Gedanken zur Zeit

Dezember 2020

„Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Hier können wir einander begegnen.“

Rumi

Äußere Einschränkungen – Innere Freiheit

Ich beschäftige mich seit einigen Monaten mit den Themen Immunsystem, Nervensystem, Angst, Homöopathie und ich beobachte das Geschehen in der Welt. Ein Homöopath aus Berlin hat darüber gesprochen, wie sehr die Menschen darunter leiden, dass sie sich nicht mehr berühren dürfen. Wenn wir in ein liebevolles Familienleben und nährende Freundschaften eingebettet sind, können wir uns wahrscheinlich nicht vorstellen, wie sich diese einsamen Menschen in der jetzigen Zeit fühlen.

Meine Erfahrung  ist allerdings auch, dass immer mehr Menschen darunter leiden sich gegenseitig nicht mehr wirklich tief, seelisch berühren zu können, auch wenn körperliche Nähe möglich ist. Wenn unsere Aufmerksamkeit so sehr im täglichen äußeren Geschehen, im Funktionieren, neuen Beschränkungen, Verhaltensweisen von anderen, Konflikten in der Arbeit oder in Freundschaften gebunden ist, verlieren wir den Kontakt zu unserem inneren Kern. Der Blick und der Zugang zum  Wesentlichen, diesem Raum in dem wir uns selbst wirklich spüren, wahrnehmen und begegnen können, bleibt versperrt. Dann können uns aufsteigende Gefühle wie Angst, Hilflosigkeit und Wut überwältigen und wir fühlen uns verloren, getrennt von uns und dem anderen.


Kein Richtig – kein Falsch

In Wahrheit geht es nicht darum, wer Recht hat, wir sehnen uns danach gesehen und gehört zu werden, mit unserer inneren Not und allem was uns bewegt. Dass es einfach da sein darf, genauso wie es ist, was immer sich zeigen will. Inneres Erleben ist nicht diskutierbar – es fühlt. Für mich fühlt es sich so an. Für dich fühlt es sich so an. Kein Richtig und kein Falsch, ein sich gegenseitiges Sehen und würdevoll da stehen lassen wo wir sind, mit all unseren Gefühlen, Unsicherheiten und der Schönheit die da auf uns wartet. Hier kann wahrhaftige Berührung und Begegnung stattfinden, weit über Körperkontakt und physische Nähe hinaus. Das ist es, was uns wirklich nährt.

Wenn wir uns diesen inneren Prozessen zuwenden, braucht es auch einen achtsamen Umgang mit unseren Gedanken, denn sie haben einen großen Einfluss auf unser Gefühlsleben, unsere Stimmung, den Körper und sogar auf die Hormone. Hier gilt was wir aus jeder Energiearbeit oder dem Feng Shui kennen. „Energy flows, where attention goes„ –  Energie folgt der Aufmerksamkeit. Deswegen haben wir unser Licht auch an der Eingangstür und nicht mitten im Garten.


Projektionen und Selbstverantwortung

Wie können wir jetzt diese herausfordernde, auf allen Ebenen auf Transformation ausgerichtete Zeit für uns nützen? Es braucht Räume der Stille, Begegnung mit der Natur, Innenschau und radikale Ehrlichkeit mit uns selbst. Was wir über einen Menschen, oder ein Geschehen denken, hat nichts mit dem Anderen zu tun, sondern mit UNS. Mit unseren eigenen Mustern, Glaubenssätzen, Überzeugungen und wie wir in die Welt schauen. Das ist eine gute Nachricht!

Wenn wir über jemanden urteilen, ihm die Schuld geben, geben wir ihm die Macht über uns, über unsere Gedanken und Gefühle. Wenn ich jemandem die Schuld dafür gebe, dass ich mich schlecht fühle, mich momentan vielleicht eingesperrt fühle, alleine bin, dann mache ich mich zum Opfer der Umstände. Wenn wir uns dagegen selbst ermächtigen, bereit sind, Verantwortung für unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen zu übernehmen, sind wir frei und Schöpfer unserer Welt.

Dazu ist es hilfreich, unsere eigene Persönlichkeit, die „Brille durch die wir schauen“, immer besser kennen zu lernen, Projektionen zu entlarven, und uns den eigenen Gefühlen zuzuwenden.

WAS UNS IN DIESER ZEIT UNTERSTÜTZEN KANN


VERANLAGUNGEN IM GEBURTSHOROSKOP ERKENNEN

Ein Horoskop zeigt das Persönlichkeitsprofil eines Menschen, seinen Charakter und sein Potential aufgrund der astrologischen Konstellationen zum Zeitpunkt seiner Geburt. Selbstausdruck (Sonne), wie wir fühlen (Mond), denken (Merkur), handeln (Mars) und in Beziehung gehen (Venus). Es kann uns eine Orientierung geben, uns selbst besser zu verstehen.

  • Wer bin ich, was sind meine zentralen Charaktereigenschaften?
  • Wie wirke ich auf die Umwelt, wie werde ich von anderen wahrgenommen?
  • Welche bewussten und unbewussten Wünsche und Bedürfnisse beeinflussen mein Verhalten?
  • In welchen Lebensbereichen kann ich mich verwirklichen?
  • Welche Schwächen habe ich und wie kann ich ihnen kreativ und kraftvoll begegnen?
  • Welche besonderen Talente stehen mir zur Verfügung und wie kann ich diese einsetzen ?

Es kann uns auch dazu inspirieren, genauer hinzuschauen und Situationen in unserem Leben zu hinterfragen. Ist es wirklich so, oder sehe ich es durch die Brille meiner Persönlichkeit, Bedürfnisse und Ängste? In der aktuellen Situation, die wir gerade in der Gesellschaft erleben, sehen wir z.B. zwei sehr gegensätzliche Planetenkräfte wirken: „Wassermann/Uranus – Bedürfnis nach Freiheit “ und „Steinbock/Saturn – Bedürfnis nach Sicherheit“.

Genauso kann es in einer Liebesbeziehung oder in Familien zu Bedürfniskonflikten kommen, wenn unterschiedliche Prägungen aufeinander treffen. Je mehr uns das bewusst wird, umso eher können wir uns mit echtem Interesse und offenem Herzen in unserer Unterschiedlichkeit begegnen.

Grundsätzlich geht es um einen Erkenntnisprozess und darum, uns immer mehr dem anzunähern, wer wir wirklich sind, jenseits unserer Rollen und Vorstellungen, wer wir denken sein zu müssen.


PROZESSARBEIT – INNERES ERFORSCHEN

Der Weg zum Mond, zur Seele, führt nach Innen, zur Quelle, ins Fühlen. Anzuerkennen was da ist und dem Raum zu geben, was sich zeigen und befreien möchte. Hier gehen wir mit der Frage, „wer bin ich“, auf eine andere Ebene, jenseits der Persönlichkeit.

Ich möchte euch dazu inspirieren, auf diese Schatzsuche zu gehen. Es lohnt sich. Wieso nicht die Energie der äußeren Beschränkungen nützen, um im Rückzug zu finden, was wir die ganze Zeit im Außen suchen.

Auf der Seite www.seeleundsein.com findet ihr wunderschöne Bücher von Richard Stiegler zu diesen Themen. Ein sehr praktisches Buch mit Übungen für den Alltag ist  „Nach innen lauschen“. Es unterstützt uns, den Blickwinkel zu verändern von „Warum ist es so?“ zu „Wie erlebe ich es?“ . Damit lenken wir automatisch die Aufmerksamkeit vom Geschehen im Außen zu uns zurück, nach innen, und finden so zur eigenen Autorität zurück.

Für persönliche Begleitung stehe ich gerne zur Verfügung.